Die Reise ins Ungewisse startete an einem Freitagmorgen. Voller Vorfreude und gestärkt durch eine Raketenglace trafen wir, 27 Explorer*innen und das Projektteam, uns am Hauptbahnhof Zürich. Der erste Zug brachte uns nach Hamburg, wo es dann weiter mit dem Nachtzug nach Stockholm ging. Das genaue Ziel kannten wir zu jenem Zeitpunkt noch nicht. Ob wir wohl in Schweden bleiben werden? Nach einem weiteren Reisetag bestätigte sich unsere Vermutung: Der Explorer Belt 2026 findet im Norden von Schweden statt.
Unbekannte Gefilde
Dieses Jahr wurde der Explorer Belt nach der «Uncharted Lands«-Methodik durchgeführt: Für die Zweier- und Dreierteams war die Destination bis zur Ankunft unbekannt, nur das Projektteam wusste, wohin es geht. Im viertägigen Vorlager in Jokkmokk am nördlichen Polarkreis machten wir uns mit dem Trekkinggebiet vertraut und planten unsere Wanderrouten. Als Erstes mussten wir uns entscheiden, durch welchen Nationalpark wir trekken wollen. Zur Auswahl standen der Sarek, mit seinen grossen Tälern, bergigen Landschaften und dem unberechenbaren Wetter, der Padjelanta mit grossen Seen und sanften Hochebenen und der Stora Sjöfallet, welcher sich um einen grossen See erstreckt. War die Grobroute dann geplant, mussten Übernachtungsplätze und Flussüberquerungen sorgfältig herausgesucht und eingezeichnet werden, sodass diese später auf das GPS geladen werden konnten. Neben dem intensiven Planen blieb genügend Zeit, um die anderen Explorer*innen kennenzulernen, im See zu baden und unzählige Runden Tichu zu spielen.
Nasskalte Socken und warme Herzen
Nun war es so weit: In unseren Teams wurden wir ausgesetzt und waren ab nun auf uns allein gestellt. Wir machten uns schnell mit dem ungewohnten Gelände vertraut. Die sumpfigen Pfade und die riesigen Blockfelder stimmten uns auf die nächsten Zehn Tage ein. Auf den neuen Tagesrhythmus konnten wir uns rasch einstellen. Nur an das tägliche Anziehen der nassen (und kalten!) Socken und Schuhe gewöhnt man sich nie.
Wir wanderten durch weite Täler, über sanfte oder weniger sanfte Berge und durch ganz viel Sumpf. Regen, Wind und Kälte haben uns täglich begleitet. Es verging kein Tag ohne Niederschlag, sodass wir die seltenen Sonnenminuten als Luxus zu schätzen lernten und diese Motivation annahmen. Mit dem stetigen Unterwegssein kamen wir in einen Rhythmus, welcher nur durch eiskalte Flussüberquerungen unterbrochen wurde. Oder natürlich durch Snack- oder WC-Pausen.
Rentiere statt Menschen
In den elf Tagen begegneten wir mehr Rentieren als Menschen. Insbesondere im Sarek, wo es fast keine Wege gibt, war man von jeglicher Zivilisation abgeschottet. Auf dem bekannten Padjelantaleden hingegen trafen wir auf einige andere Abenteurer*innen, welche uns von ihren Erlebnissen erzählten. Mit etwas Glück konnten wir sogar einen Elch beobachten!
Gegen Abend kam dann die Suche nach einem geeigneten Zeltplatz: möglichst flach, windgeschützt und nicht im Sumpf – eine schier unmögliche Aufgabe. War dieser dann doch gefunden, hatten wir schnell das Zelt aufgebaut und uns in den warmen Schlafsack gekuschelt. Genossen haben wir das warme, im Voraus selbst dehydrierte, Essen umso mehr. Leider mussten wir die Sonnenuntergänge meistens auslassen. Einerseits weil die Sonne sehr spät unterging, andererseits weil die Kälte uns ins wärmere Zelt zwang.
Müde, stinkend, aber überglücklich stiegen wir nach Elf Tagen in den Bus, welcher uns ins Nachlager in Luleå brachte. Dort hatten wir noch genügend Zeit, um uns mit den anderen Explorer*innen über unsere Erlebnisse auszutauschen und uns zu erholen, bevor wir uns auf die Heimreise machten.
















Mehr Infos zum Explorer Belt:
Findest du auf der Website der Pfadibewegung Schweiz und auf dem Instagram-Kanal des Explorer Belt Projektteams.
Kurz & knapp! – Einfach erklärt
In diesem Beitrag berichten Pfadis von ihrem Abenteuer in Schweden. Zu Beginn wussten sie nicht, wohin die Reise geht. Sie sind Elf Tage durch Schweden gewandert. Sie waren im Norden des Landes unterwegs. Dort ist die Landschaft sehr kahl und sumpfig. Darum waren die Socken der Pfadis immer nass. Trotzdem war es ein unvergessliches Abenteuer für alle, die dabei waren.



