Um Schnee zu verstehen, müssen wir zuerst wissen, dass Wasser auf unserer Erde in drei Zuständen vorkommt. Das flüssige Wasser kennen wir aus dem Wasserhahn oder aus unseren Seen und Flüssen. Das gasförmige Wasser befindet sich als Wasserdampf in der Luft und ist unsichtbar für unsere Augen. Und wenn es kalt genug ist, also unter dem Gefrierpunkt von 0°C, kann Wasser als Eis fest werden. Schnee ist dabei nichts anderes als eine Ansammlung von vielen kleinen gefrorenen Wasserteilchen.
Wie Schneeflocken wachsen
Wenn sich sehr viel Wasser in der Atmosphäre sammelt, sehen wir winzige Wassertröpfchen als Wolken. Wenn es dort oben genug kalt wird, können diese Tröpfchen gefrieren. Aus der Luft können sie immer mehr Wasserdampf aufnehmen und so wächst ein Eiskristall von innen nach aussen. Wird ein Eiskristall zu schwer, fällt er auf die Erde. Dabei kann es auch gut sein, dass mehrere Eiskristalle zusammenstossen und gemeinsam eine Schneeflocke bilden. Wie wir Menschen ist auch jeder Eiskristall einzigartig. Häufig entstehen kleine Kunstwerke mit sechs «Armen», die wir alle wohl schon mal mit unseren Handschuhen fangen konnten. Je nach Wetterbedingungen können sich aber auch ganz verschiedene Formen bilden. So gibt es auch Eiskristalle, die aussehen wie Platten, Dreiecke, Säulen oder sogar wie spitze Nadeln.

Bereit für die nächste Schneeballschlacht
Wenn genug Schnee auf den Wiesen liegt, darf natürlich eine gute Schneeballschlacht nicht fehlen. Wenn mehrere Eiskristalle zusammengedrückt werden, können sie an ihren Berührungspunkten zusammenwachsen, was wir auch Sintern nennen können. Am besten funktioniert das bei etwas wärmeren Temperaturen. Wenn es draussen mal sehr kalt ist, hilft manchmal auch ein kleines bisschen Wasser oder ihr formt den Schneeball ohne Handschuhe. Aber Vorsicht vor blauen Fingern, denn der Schneeball saugt die Wärme direkt aus euren Händen. Und auch mit perfekten Schneebällen braucht es noch Übung, um gut zu treffen.
Gletscher
In der Schweiz gibt es viele Orte, die im Winter weiss verschneit sind, während im Sommer Blumen blühen. Es gibt jedoch auch Gegenden, in denen das ganze Jahr über Schnee liegt. Diese Orte nennen wir Gletscher. Auf den Gipfeln hoher Bergen bleibt es genügend kalt, dass der Schnee, der im Winter fällt, im Sommer nicht wieder abschmilzt. Je mehr Schnee fällt, desto mehr werden die unteren Schneeschichten vom eigenen Gewicht zusammengedrückt und es bildet sich festes Eis. Weil Gletscher sehr schwer sind, können sie sogar wie eine zähe Flüssigkeit in Richtung Tal fliessen. Aus diesem Grund sehen Gletscher aus wie sehr langsam fliessende Flüsse.

Schnee und Klimawandel
Durch die Klimaerwärmung verändert sich auch der Schnee und mit ihm die Gletscher. In der Schweiz ist in den letzten zehn Jahren etwa ein Viertel des Gletschereises verschwunden. Das liegt daran, dass es im Winter wärmer geworden ist und weniger Schnee fällt. Im Sommer schmelzen die Gletscher dann noch stärker. In Zukunft müssen viele Skigebiete wohl mehr Geld in künstliche Beschneiung stecken, wenn wir weiterhin auf weissen Pisten ins Tal fahren wollen. Auch die Tiere, die in den verschneiten Bergen leben, sind betroffen. Sie müssen sich anpassen, um zu überleben, wenn ihr Lebensraum kleiner wird. Deshalb ist es wichtig, dass wir Menschen gemeinsam etwas gegen den Klimawandel tun, damit der Winterzauber auch in Zukunft erhalten bleibt.



